A A A
Bereichsnavigation

Vorherige
Klinikum Frankfurt (Oder) | 25.06.2026

Bis zu 40 Grad: Notfallmediziner geben Tipps für heiße Tage

Der Sommer zeigt sich von seiner heißen Seite: Laut Vorhersage könnten die Temperaturen in den kommenden Tagen die 40-Grad-Marke erreichen. Die Zentrale Notaufnahme des Klinikums Frankfurt (Oder) rechnet während dieser Wetterlage mit mehr Patientinnen und Patienten, die wegen hitzebedingter Beschwerden behandelt werden. Auch die warmen Nächte belasten den Kreislauf zusätzlich.

Zu den häufigsten Beschwerden zählen Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme und allgemeines Unwohlsein. Häufig ist Flüssigkeitsmangel die Ursache, da durch starkes Schwitzen mehr Wasser verloren geht. Insbesondere ältere Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen.

 â€žBesonders gefährlich sind der Flüssigkeitsmangel und die direkte Hitzeeinwirkung“, erklären die beiden Chefärzte der Zentralen Notaufnahme Dr. med. Ronny Enk und Dr. med. Dominik Treffer. An heißen Tagen erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf mitunter erheblich und es kann zu einer Dehydrierung kommen. Der Mangel an Flüssigkeit im Körper ist dabei Folge von zu geringer Flüssigkeitsaufnahme und einem großen Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen. Durch das Schwitzen gehen auch wertvolle Mineralstoffe, die der Körper für seine Stoffwechselprozesse benötigt, verloren. Der Körper benötigt Flüssigkeit, um lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten. „Bei zunehmenden Beschwerden – insbesondere bei Bewusstseinsstörungen, Atemnot oder Verwirrtheit – sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden“, betonen die beiden Chefärzte. 

Vor allem Ã¤ltere Menschen, Kleinkinder, Schwangere sowie Personen mit chronischen Erkrankungen – insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege oder des Stoffwechsels müssen in dieser Jahreszeit besonders vorsichtig sein. Auch Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten ärztlich klären, ob Anpassungen notwendig sind. Tägliches Wiegen sowie regelmäßige Blutdruckkontrollen können zur Einschätzung des Flüssigkeitshaushaltes und der Kreislaufsituation hilfreich sein.

 

Zehn „goldene Regeln“ 

Während die meisten Menschen die Sommerwärme voll genießen, sollten vor allem ältere Menschen und Kinder vernünftig mit der Hitze umgehen. 

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko hitzebedingter Beschwerden deutlich verringern:

  1. Setzen Sie sich nicht der prallen Sonne aus. Tragen Sie luftige Kleidung und eine helle Kopfbedeckung, wenn Sie in der Sonne unterwegs sind.
  2. Halten Sie sich möglichst in kühlen Räumen auf. Wohnräume morgens früh lüften, dann Fenster schließen und abdunkeln.
  3. Vermeiden Sie ungewohnte körperliche Anstrengung. Sport oder Gartenarbeit sollten in die frühen Morgenstunden verlegt werden.
  4. Gönnen Sie sich eine verlängerte Mittagspause, machen Sie Siesta.
  5. Bevorzugen Sie leichte Kost wie Gemüse, Fisch oder Obst.
  6. Trinken Sie mehr als sonst, „immer über den Durst“, aber keinen Alkohol, nicht zu kühle Getränke – und möglichst keine Softdrinks, denn die sind zucker- und kalorienreich.
  7. Trinken Sie nicht zu viel auf einmal, denn pro Stunde können Sie nur 500 – 800 ml Flüssigkeit aufnehmen und sinnvoll verwerten. Am besten trinken Sie über den Tag verteilt jede Stunde ein Glas Wasser, auch wenn Sie noch keinen Durst haben.
  8. Bei Hitze verbraucht der Körper mehr Natrium, Magnesium und Calcium. Deshalb ist es ratsam, entsprechend angereicherte Mineralwässer zu trinken. Herz- und nierenkranke Menschen sollten allerdings aufpassen und ihren Arzt oder ihre Ärztin befragen, welche Wassersorten und -mengen für sie geeignet sind.
  9. Achten Sie auch auf andere: Alleinlebende und körperlich oder mental eingeschränkte Personen sollten regelmäßig kontaktiert werden.
  10. Lassen Sie niemals Kinder oder Haustiere in einem geparkten Auto zurück.

Flüssigkeitsverlust und Durst

Kleine Kinder und ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Flüssigkeitsverlust, vor allem durch Schwitzen. Bei älteren Menschen macht der Anteil von Flüssigkeit am Körpergewicht nur 60 Prozent aus. Bei großer Hitze gehen mit dem Körperwasser immer auch Natrium, Magnesium und Calcium mit verloren. Und zwar vor allem aus den Körperzellen einschließlich Nervengewebe. Diese trocknen dann regelrecht aus. Da im Alter auch das spontane Durstgefühl nachlässt, lautet eine der goldenen Regeln: Trinken Sie über den Durst. 

Warme oder kalte Getränke

Kalte und eiskalte Getränke belasten den Körper deutlich mehr als wohltemperierte oder warme, denn er muss viel Energie aufbringen, um die Temperatur zu regulieren. Als Folge schwitzen wir noch mehr. Dadurch werden zusätzliche Kalorien verbrannt, mit dem Effekt, dass zusätzliche Körperwärme entsteht. Extrem kalte Getränke können außerdem zu Magenproblemen und Unwohlsein führen. Deshalb der Hinweis: Auch warmer Pfefferminztee kann erfrischen und die Blutgefäße in Magen und Darm erweitern, sodass der Tee besser und schneller als kalte Getränke ins Blut gelangen kann.

Im Notfall immer 112 anrufen!

Wenn es zu einem Hitzschlag oder Kollaps gekommen ist oder der Verdacht besteht, ist sofort der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 zu verständigen. Bringen Sie die betroffene Person an einen kühlen Ort, lockern Sie seine/ihre Kleidung, kühlen sie mit feuchten Tüchern ab und reichen Sie Getränke, nicht zu kühl und nicht zu viel auf einmal. 

Notfall Information

Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH
Müllroser Chaussee 7
15236 Frankfurt (Oder)

Zentrale Rufnummer: 0335 548-0

Unsere Fachbereiche

Babygalerie

Cookies ändern